Neue Vortragsreihe
«Geschichten, die das Leben schreibt.
Erzählungen von Recht und Unrecht.»

Gemeinsame Vortragsreihe der Forschungsgemeinschaft Mensch-im-Recht und des Forums für Zeitfragen

Was haben ein Raubüberfall, ein Ja im Standesamt, ein Asylantrag, ein Wodkarausch, ein Schuldiplom, ein Plagiat, ein Firmendeal, eine Sex-Hotline oder ein Kirchenaustritt gemeinsam? Sie alle sind in der einen oder anderen Weise von rechtlichen Regulierungen betroffen – und alle stellen Episoden und nicht selten sogar Wendepunkte in der Lebensgeschichte einzelner Menschen dar. Da man Lebensgeschichten aber erzählen kann, stellt sich die Frage, wie sich das Recht und das Erzählen zueinander verhalten.

Welche Rolle spielt das Erzählen im Recht und in der Rechtsanwendung, vor Gericht etwa oder beim Stellen eines Asylantrags? Wie wird in den Medien und in der Literatur von Rechtsfällen erzählt, wie von Recht und Unrecht, von Schuld und Strafe? Welche Erzählstrategien haben welche Wirkung? Was offenbart die lebensgesättigte Erzählung, die ‚dichte Beschreibung‘ einer Episode über die dürren, trockenen Gerichtsakten hinaus – ist sie notwendig für das Verständnis des Geschehens und der involvierten Menschen? Und wie werden durch solche Erzählungen die Vorstellungen von Recht und Unrecht, wie werden durch sie Gesetze und Urteile verfestigt, plausibilisiert oder in Frage gestellt? Schliesslich: Wie beschreibt das Recht unser Leben? Und mehr noch: Wenn vieles in unserem Leben durch das Recht vorgegeben und vorgeschrieben wird, schreibt dann das Recht unsere Lebensgeschichte?

Programm »

Generalversammlung und Präsentation Basler Geschichte

Wir freuen uns, Sie nach der Sommerpause wiederzusehen!

Am Mittwoch, den 26. September 2012, 18:45 Uhr, hält MIR die Generalversammlung ab.

Gleich im Anschluss an die Generalversammlung, um ca. 19:00 Uhr, laden wir alle Interessierten zur Präsentation des Vereins Basler Geschichte ein. Herzlichen Dank an dieser Stelle bereits jetzt schon an Frau Dr. phil. Beatrice Schumacher, Historikerin, Geschäftsführerin des Vereins Basler Geschichte, und Herrn Dr. phil. Robert Labhardt, Historiker, Präsident des Vereins Basler Geschichte!

Basler Geschichte – Lokalgeschichte in globaler Perspektive

Die Stadt Basel blickt mit Stolz auf ihr historisches Erbe und hegt und pflegt es liebevoll. Über eine aktuelle Gesamtdarstellung ihrer Geschichte, die auf dem Stand der gegenwärtigen Forschung ist und die gesellschaftlichen Diskussionen der Gegenwart berücksichtigt, verfügt sie aber nicht. Das soll sich ändern. Dafür setzt sich der Verein Basler Geschichte ein.

Zum kulinarischen Ausklang offerieren wir einen kleinen Apéro.

Sommerpause

Wir gehen in die Sommerpause! Schauen Sie gelegentlich vorbei, wir melden uns rechtzeitig mit neuen, spannenden Referentinnen und Referenten zurück!

Nächste Veranstaltung im Themenzyklus „Welche Demokratie?“

Die nächste Veranstaltung im Themenzyklus „Welche Demokratie?“ findet statt am Donnerstag, 24. Mai 2012, 18.30 Uhr:

Transparenz und Demokratie

Wettbewerb braucht gewisse Regeln, damit er funktioniert und ein gerechtes Ergebnis hervorbringt. In diesem Sinne sorgt der Staat etwa im ökonomischen Wettbewerb durch das Wettbewerbsrecht und im prozessualen Wettbewerb durch das Prozessrecht für Chancengleichheit. Im demokratischen Wettbewerb fehlen bis heute entsprechende, ausreichende Sicherungen. Die Folge ist, dass politischen Akteuren mit hoher finanzieller Potenz ein illegitimer Vorteil zukommt, der sowohl die Offenheit des demokratischen Diskurses als auch die politische Gleichheit in Frage stellt. Beides bilden zentrale Schutzrichtungen der Garantie der politischen Rechte nach Art. 34 der Bundesverfassung. Der Gesetzgeber ist gefordert.


Dr. iur. Lukas Schaub doktorierte zum Thema der Finanzierung von Wahl‐ und
Abstimmungskampagnen. Gegenwärtig absolviert er ein Anwaltspraktikum.

Nächste Veranstaltung im Themenzyklus „Welche Demokratie?“

Die nächste Veranstaltung im Themenzyklus „Welche Demokratie?“ findet statt am Mittwoch, 18. April 2012, 18.30 Uhr:

Demokratie und Religion

Gibt es eine vernünftige Herrschaftslegitimation ausser der Demokratie? Nein, schreibt der im 16. Jahrhundert wirkende Kirchenrechtler und Befreiungstheologe Bartolomé de Las Casas. Gibt es ein natürliches Recht auf Selbstbestimmung und Bestellung der eigenen Vorstehenden? Gilt dieser rechtsphilosophische Grundsatz auch für die Kirche heute? Ja, denn, “Wer allen vorsteht, soll auch von allen gewählt werden”, wie Papst Leo der Grosse fordert.


Prof. Dr. iur. can. et lic. theol. Adrian Loretan ist Professor für Kirchenrecht
und Staatskirchenrecht an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Er
ist Co‐Direktor des Zentrums für Religionsverfassungsrecht.

3. Veranstaltung im Winterprogramm “Welche Demokratie?”

Die dritte Veranstaltung im Themenzyklus „Welche Demokratie?“ findet statt am Mittwoch, 15. Februar 2012, 18.30 Uhr:

Die Landsgemeinden – Chancen und Risiken aus rechtlicher Sicht

Die Versammlungsdemokratie, wie sie an Landsgemeinden oder Gemeindeversammlung noch gepflegt wird, ist eine viel beachtete Eigentümlichkeit im schweizerischen Staatswesen.

Welches sind die Besonderheiten dieser Form der Demokratie? Welche Risiken birgt sie in sich? Ist sie rechtlich überhaupt zulässig? Und welche Chancen einer Weiterentwicklung eröffnen sich? Der Referent hat eine Dissertation über die schweizerischen Landsgemeinden aus rechtlicher Sicht verfasst und stellt diese Demokratieform aus erster Hand dar.


Dr. iur. Felix Helg, Winterthur, Leiter Rechtsdienst der Bildungsdirektion des Kantons Zürich

Neues Winterprogramm „Welche Demokratie?“

Die zweite Veranstaltung im neuen Themenzyklus findet am Mittwoch, 25. Januar 2012, 18.30 Uhr, statt:

Bildung und Demokratie. Zur Pädagogik einer politischen Lebensform.

Demokratie ist auf bestimmte Voraussetzungen angewiesen, damit sie funktioniert und ihrem Namen gerecht wird. Zu diesen Voraussetzungen gehört die Bildung, schliesslich setzt Demokratie auf mündige Bürger/innen. Wie aber werden wir zu solchen mündigen Bürger/innen? Welche Bildung ist nötig, um im heutigen politischen Klima urteilen und mitentscheiden zu können? Erhöhen sich im Zeitalter des Populismus die Anforderungen an demokratische Bildung oder stößt die Demokratie hier an ihre Grenzen?
em>Prof. Dr. Roland Reichenbach, Ordinarius für Pädagogik an der Universität Basel und der Pädagogischen Hochschule FHNW

Wir freuen uns, diese Reihe in Zusammenarbeit mit dem Forum für Zeitfragen zu präsentieren! Beachten Sie in diesem Zusammenhang den neuen Veranstaltungsort!

Den Flyer (aktualisiert!) mit der Programmvorschau finden Sie hier!

Generalversammlung 2011

Die 10. Generalversammlung der Forschungsgemeinschaft Mensch im Recht fand am 21. September 2011 im Maison 44 in Basel statt.

Im Anschluss an die Generalversammlung stellten Helen Schüngel-Straumann, Josef Bieger, Josef Jeker und Robert Weller die Kirchliche Gleichstellungsinitiative vor.

Der Abend wurde musikalisch untermalt durch das a cappella-Quartett cantuccini.

Monatliche Postgraduates-Treffen

Die Forschungsgemeinschaft Mensch-im-Recht bietet Menschen aus der Praxis und der Forschung eine Plattform, auf welcher sie sich und ihre Arbeit vorstellen und besprechen können. Zu diesem Zweck fanden in den Anfangszeiten monatliche Postgraduates-Treffen statt. Referieren, zuhören und mitdiskutieren können alle, nicht nur Juristen und Juristinnen. Die interdisziplinäre Runde ist offen für Menschen, die sich in einem weit verstandenen Sinne mit dem Thema Mensch, Recht und Gerechtigkeit befassen. Unter Referate finden Sie die Themen vergangener Postgraduates-Treffen.

Masterprogramm Verwaltungsrecht

Das Konzept für ein Masterprogramm Verwaltungsrecht wurde vom Kompetenzzentrum für öffentliches Recht ausgearbeitet, eine aus dem Kreis der Forschungsgemeinschaft Mensch-im-Recht entstandene Arbeitsgruppe. Mittlerweile wurde das Programm der Leitung des Nachdiplomstudienganges Kulturmanagement übergeben, damit die Implementierung in den universitären Betrieb gewährleistet ist.

Das Masterprogramm Verwaltungsrecht der Universität Basel bietet Berufstätigen mit juristischem Tätigkeitsschwerpunkt in oder nahe der Verwaltung die Möglichkeit, sich mit den mannigfaltigen Neuerungen, die die öffentliche Verwaltung in den letzten Jahren erfahren hat, vertraut zu machen. Diese zum Teil einschneidenden Veränderungen stellen neue Anforderungen an das Verwaltungspersonal. Hier greift der sowohl theoretisch wie praktisch ausgerichtete eineinhalbjährige Nachdiplom-Studiengang und vermittelt entscheidende Kompetenzen, diesen Wandel mit zu vollziehen und zu gestalten.

Zunächst wird verwaltungsspezifisches Wissen in seinen unterschiedlichen Fächern vertieft und erweitert. Die breit gefächerten juristischen Themenbereiche, in die auch Schwerpunkte aus Ökonomie, Psychologie, Ethik, Soziologie, Politik, Personal- und Kommunikationswissenschaften hineinspielen, vermitteln zudem interdisziplinäres Wissen und fördern Querschnittsdenken und Zusammenhangswissen. Die breiten Ressourcen der in- und ausländischen Dozierenden aus Hochschullehre und verwaltungsrechtlicher Praxis und das vielfältige Spezialwissen, das in den Gruppen der Studierenden zusammenkommt, verbinden sich in diesem Studienprogramm und bilden für die Teilnehmenden die Basis zur Weiterentwicklung ihrer beruflichen, sozialen und persönlichen Fähigkeiten.