Jan 242013
 

Gemeinsame Vortragsreihe der Forschungsgemeinschaft Mensch-im-Recht und des Forums für Zeitfragen

Was haben ein Raubüberfall, ein Ja im Standesamt, ein Asylantrag, ein Wodkarausch, ein Schuldiplom, ein Plagiat, ein Firmendeal, eine Sex-Hotline oder ein Kirchenaustritt gemeinsam? Sie alle sind in der einen oder anderen Weise von rechtlichen Regulierungen betroffen – und alle stellen Episoden und nicht selten sogar Wendepunkte in der Lebensgeschichte einzelner Menschen dar. Da man Lebensgeschichten aber erzählen kann, stellt sich die Frage, wie sich das Recht und das Erzählen zueinander verhalten.

Welche Rolle spielt das Erzählen im Recht und in der Rechtsanwendung, vor Gericht etwa oder beim Stellen eines Asylantrags? Wie wird in den Medien und in der Literatur von Rechtsfällen erzählt, wie von Recht und Unrecht, von Schuld und Strafe? Welche Erzählstrategien haben welche Wirkung? Was offenbart die lebensgesättigte Erzählung, die ‚dichte Beschreibung‘ einer Episode über die dürren, trockenen Gerichtsakten hinaus – ist sie notwendig für das Verständnis des Geschehens und der involvierten Menschen? Und wie werden durch solche Erzählungen die Vorstellungen von Recht und Unrecht, wie werden durch sie Gesetze und Urteile verfestigt, plausibilisiert oder in Frage gestellt? Schliesslich: Wie beschreibt das Recht unser Leben? Und mehr noch: Wenn vieles in unserem Leben durch das Recht vorgegeben und vorgeschrieben wird, schreibt dann das Recht unsere Lebensgeschichte?

Programm »

Aug 292012
 

Wir freuen uns, Sie nach der Sommerpause wiederzusehen!

Am Mittwoch, den 26. September 2012, 18:45 Uhr, hält MIR die Generalversammlung ab.

Gleich im Anschluss an die Generalversammlung, um ca. 19:00 Uhr, laden wir alle Interessierten zur Präsentation des Vereins Basler Geschichte ein. Herzlichen Dank an dieser Stelle bereits jetzt schon an Frau Dr. phil. Beatrice Schumacher, Historikerin, Geschäftsführerin des Vereins Basler Geschichte, und Herrn Dr. phil. Robert Labhardt, Historiker, Präsident des Vereins Basler Geschichte!

Basler Geschichte – Lokalgeschichte in globaler Perspektive

Die Stadt Basel blickt mit Stolz auf ihr historisches Erbe und hegt und pflegt es liebevoll. Über eine aktuelle Gesamtdarstellung ihrer Geschichte, die auf dem Stand der gegenwärtigen Forschung ist und die gesellschaftlichen Diskussionen der Gegenwart berücksichtigt, verfügt sie aber nicht. Das soll sich ändern. Dafür setzt sich der Verein Basler Geschichte ein.

Zum kulinarischen Ausklang offerieren wir einen kleinen Apéro.

Mai 312012
 

Wir gehen in die Sommerpause! Schauen Sie gelegentlich vorbei, wir melden uns rechtzeitig mit neuen, spannenden Referentinnen und Referenten zurück!

Apr 262012
 

Die nächste Veranstaltung im Themenzyklus “Welche Demokratie?” findet statt am Donnerstag, 24. Mai 2012, 18.30 Uhr:

Transparenz und Demokratie

Wettbewerb braucht gewisse Regeln, damit er funktioniert und ein gerechtes Ergebnis hervorbringt. In diesem Sinne sorgt der Staat etwa im ökonomischen Wettbewerb durch das Wettbewerbsrecht und im prozessualen Wettbewerb durch das Prozessrecht für Chancengleichheit. Im demokratischen Wettbewerb fehlen bis heute entsprechende, ausreichende Sicherungen. Die Folge ist, dass politischen Akteuren mit hoher finanzieller Potenz ein illegitimer Vorteil zukommt, der sowohl die Offenheit des demokratischen Diskurses als auch die politische Gleichheit in Frage stellt. Beides bilden zentrale Schutzrichtungen der Garantie der politischen Rechte nach Art. 34 der Bundesverfassung. Der Gesetzgeber ist gefordert.


Dr. iur. Lukas Schaub doktorierte zum Thema der Finanzierung von Wahl‐ und
Abstimmungskampagnen. Gegenwärtig absolviert er ein Anwaltspraktikum.

Mrz 222012
 

Die nächste Veranstaltung im Themenzyklus “Welche Demokratie?” findet statt am Mittwoch, 18. April 2012, 18.30 Uhr:

Demokratie und Religion

Gibt es eine vernünftige Herrschaftslegitimation ausser der Demokratie? Nein, schreibt der im 16. Jahrhundert wirkende Kirchenrechtler und Befreiungstheologe Bartolomé de Las Casas. Gibt es ein natürliches Recht auf Selbstbestimmung und Bestellung der eigenen Vorstehenden? Gilt dieser rechtsphilosophische Grundsatz auch für die Kirche heute? Ja, denn, “Wer allen vorsteht, soll auch von allen gewählt werden”, wie Papst Leo der Grosse fordert.


Prof. Dr. iur. can. et lic. theol. Adrian Loretan ist Professor für Kirchenrecht
und Staatskirchenrecht an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Er
ist Co‐Direktor des Zentrums für Religionsverfassungsrecht.